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Balz Trüempy: "Oracula Sibyllae" PDF Drucken E-Mail

ENSEMBLE
Bariton, Gitarre, Flöte, Percussion.



Oracula Sibyllae ist die Verbindung von zwei Werken, die sich mit den Sibyllen beschäftigen: Die antiken Bücher Oracula Sibyllina enthalten die Weissagungen der von göttlichen Kräften überwältig­ten Seherin Sibylle, die meist unerwünschte und unheilvolle Prophezeiungen hervorstösst.

In der Auswahl der Texte zum Stück Carmen Sibyllae für Bariton und Schlagzeug setzte ich diesen Drohungen die wenigen verheissungsvollen Weissagungen der Sibylle entgegen und verbinde sie mit ihrer Bitte um Befreiung von der quälenden Sehergabe. Der tranceähnliche Gesang steigt, angetrieben vom Schlagzeug und im stammelnden Hervorstossen von Geräuschen manchmal mit diesem verschmelzend, von der tiefsten Lage bis in die Höhen der Falsettstimme. Die Texte werden in lateinischer und (alt)griechischer Sprache gesungen.

Das sechste Buch der Aeneis von Vergil beschreibt den Abstieg des Aeneas zur Unterwelt und seinen Wiederaufstieg aus dem Reiche Plutos. Auf der gefährlichen Reise begleitet ihn die Seherin Sibylle. Einige ihrer Ermahnungen und Verkündigungen bilden die Textvorlage zum Stück Oratio Sibyllae für Sopran und Flöte, welches zusammen mit Carmen Sibyllae den Zyklus Oracula Sibyllae bildet Die Flöte, welche schon den Gluckschen Orpheus zur Unterwelt geleitete und auch in der Zauberflöte die Rolle der Beschützerin vor den Gefahren der „anderen Welt“ spielt, schwebt sozusagen über und neben der Singstimme und verschmilz mit ihr zur Einheit. Der sibyllinische Gesang ist auch hier weniger von unheilvollen Drohungen geprägt: Wie bei Carmen Sibyllae geht es mir eher um die klagend-melancholischen und um die verzückten Seiten der Sibylle.

Oracula Sibyllae wurde geschrieben für das El Cimarron Ensemble und ist den Musikern dieses Ensembles gewidmet.

 

Diskographie

Discografia

Kritiken

Die Aufführung ist sensationell – für Wagemutige unbedingt empfohlen!

Wiener Zeitung (10.01.2008)

Zusammenarbeit

klanghaus